Oonaversum – süsse Melancholie

Gedicht: Melancholie

by on Jun.02, 2012, under Literatur

Hedwig Lachmann Bildquellenangabe: Projekt Gutenberg www.gutenberg.spiegel.de

Der du mir Kinder schenktest, Stern
Des Lebens, dass ich wandle
Wie träumend, selig bis zum Kern –
Allmacht, aus der mir Fülle quillt,
Dass mit jedem Tage
Ich neu entbrenne
Und Ehrfurcht trage
In tiefster Brust – ich nenne
Dich Glück, das mit geliebtem Munde
Mir lächelt, ausersehen,
Und geweiht
Vom Genius der Liebe –
Und weiß: du bist im Grunde
Unendliches Vergehen,
Schmerz, Trauer, Ewigkeit.

Hedwig Lachmann (1865-1918)

Ach dieses süsse, bittersüsse Verlangen nach Leid und leiden, wohlwissend dass es bald wieder entschwindet, um der unaussprechlichen Lebenslust Platz zu machen. Ich liebe dieses Gedicht.

zum Weiterlesen:

Deutsche Gedichtebibliothek
Verlag der Herätischen Blätter vdbh

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