Oonaversum – süsse Melancholie

Mondnacht

by on Jun.05, 2012, under Literatur

Vollmond und Melancholie

Bildquellenangabe: Buntschatten / pixelio.de

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus

(Joseph Freiherr von Eichendorff)

Es ist die Sehnsucht nach den Sternen und der Weite des Universums, die meine Seele in Vollmondnächten in die Natur treibt. Der leuchtende Mond an sich hat schon etwas faszinierendes, aber speziell der Vollmond repräsentiert wie kein anderes Himmelsobjekt unsere Nähe zum Universum und die Vergänglichkeit in der menschlichen Rüstung.
Es ist der Zauber des Momentes, das gewahr werden, dass jeder Moment allzu flüchtig ist, welches in mir dieses süsse Gefühl leisen Bedauerns hervor ruft, welches langsam von der Bauchgegend über den Brustkorb zum Herzen kriecht, um dann seinen Weg plötzlich über die Nase in die Augen zu finden.
Gänsehaut und nasse Augen, und doch so schön, als würde ich von einem Liebhaber aus einer fremden, nicht sichtbaren Welt umworben und geliebt. Ach – wie herrlich ist Melancholie!

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Depeche Mode – But not Tonight – das Video ist nicht so dolle
(obwohl Dave da echt knackig ist) aber die Melodie und der Text… es reicht, um mir Tränen in die Augen zu treiben – schon immer! Ursprünglich die Rückseite von „Stripped“ – als es noch Single-Schallplatten gab *seufz*…

:,

2 Comments for this entry

  • Wölfin

    Vor einigen Wochen war ich bei einem Liederabend im Planetarium. Im Dunkel des Raumes funkelten die Sterne wie leuchtende Diamanten am Planetariumshimmel während der Vollmond seine Bahn über den Himmel zog. Begleitet vom Klavier sang eine Sopranistin diese wunderschönen Worte von Eichendorff.

    Es war ein wunderschöner, magischer Moment voller tiefer Sehnsucht die einem den Atem stocken lies und die Seele ganz weit hinauf hob zu der Heimat zwischen den Sternen.

    Du hättest ihn geliebt, diesen Augenblick – und ich hätt ihn gern mit dir geteilt.

    Alles Liebe
    Wölfin

  • Oona

    Wölfin, ich ahne einen Hauch von dem was Du empfandest – *schnüff* 😥 *schööön*…

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